Rückblick

MUSEUMSSAISON 2019

Unser Festungsmuseum war auch in der vergangenen Museumssaison sehr gefragt, bei den verschiedensten Altersklassen, bei Besucherinnen und Besuchern mit sehr unterschiedlichen Interessen, für Events mit verschiedensten Bedürfnissen: von einer Generalversammlung oder Infoveranstaltung verschiedenster Institutionen über Bergungsübungen von Samaritern bis zum Suchhundetraining.

Dank der Vielseitigkeit und breiten Angebotsmöglichkeiten unseres Museums ist es auch möglich, Schwerpunkte zu setzen. Wenn man einer Gruppe von Festungsprofis in der eigentlichen Festung nichts mehr Neues zu bieten hat, verlegt man das Schwergewicht der Führung in die immer noch sehr gefragte Bomberausstellung.

Unsere Vielseitigkeit und unsere Flexibilität zahlen sich somit aus!
Dementsprechend erfreulich entwickelten sich die Besucherzahlen, bis auf einen Wermutstropfen: Im August brachen die Besucherzahlen etwas ein. Das schöne, warme Wetter animierte nicht zu einem Besuch in der kühlen Festung.

Konsequenz des sehr grossen Interesses an unserer Festung: Viel Arbeit für die Kioskbetreuer, die Führer, das Gastronomieteam, die Unterhaltscrew! Allen ein ganz grosses, herzliches Dankeschön!

Bomberausstellung

Bei der Bomberausstellung ist der unermüdliche Einsatz unserer Bomberspezialisten speziell erwähnenswert. Markus Koller und Stefan Näf sammeln Teile in der schwer zugänglichen Absturzstelle im Schlappin bei Klosters und ergänzen unser Cockpit in der Ausstellung oder die Sammlung in den Ausstellungsvitrinen.

Sie binden in Fachtagungen, Ausstellungen und Referaten Informationen zu unserer Spezialausstellung und zum Festungsmuseum allgemein ein. Dank der Hilfe von Markus und Stefan können wir so weitere Besuchergruppen ansprechen.

2020 - 20 Jahr Jubiläum

Anlässlich unseres 10Jahr Jubiläums 2010 konnten wir mit dem Aufbau der Ausstellung über im 2. Weltkrieg abgestürzte US-Bomber in Graubünden und mit der Einführung des elektronischen AudioGuides Elemente in unser Museum integrieren, die bis heute unser Museum nachhaltig aufgewertet haben. Gleiches wollen wir im 20-Jahr-Jubiläum erreichen: Zusätzliche, neue Perspektiven für das Museum auslösen.

Es ist klar, dass es aufwändig ist, in der heutigen Zeit solche Perspektiven zu schaffen. Darum wurde schon im vergangenen Winter begonnen, Fühler in verschiedene Richtungen auszustrecken und eine Ideenpalette weiter zu entwickeln, von der ein Teil umgesetzt werden sollte.

An unserer Generalversammlung am 13. April 2019 tönten wir folgende Jubiläumsprojekte

  • Infanteriewerk Schwarzwald, Gegenwerk des Artilleriewerkes, für Besucher zugänglich machen.
  •  Festungsminenwerfer Sufers für Besucher zugänglich machen.
  •  Mit einer Postautohaltestelle unter der Festung an der Italienischen Strasse Crestawald in den öffentlichen Verkehr integrieren.
  • Die Sicherheit der vorhandenen Aufzüge in der Festung für den Personentransport erhöhen und umrüsten, damit auch gehbehinderte Personen unsere Festung besuchen können.

Der Vereinsvorstand hat entschieden, das 20-Jahr-Jubiläum nicht durchzuführen und unsere Kräfte auf ein 25-Jahr-Jubiläum zu konzentrieren. Vielleicht ist es in den kommenden 5 Jahren möglich, in unserer überreglementierten Schweiz etwas zu Crestawald Passendes auf die Beine zu stellen, unserem Museum weitere Perspektiven für die Zukunft zu öffnen! Man darf die Hoffnung nie aufgeben!

Stand der Abklärungen

Infanteriewerk Schwarzwald:

Eine zentrale Aufgabe eines Museums ist es auch, die historische Substanz des Gesamtsystems zu erhalten und wenn möglich zugänglich zu machen. Zur historischen Substanz der Befestigung im Kessel von Crestawald gehören die Gegenwerke. Das Gegenwerk Geissrücken Ost bei der Crestawaldbrücke ist in einer Nacht- und Nebelaktion zurückgebaut worden. Das Infanteriewerk Schwarzwald mit seinen drei Mg-Ständen hingegen ist in gutem Zustand. Die Maschinengewehrlafetten, die Uebermittlungseinrichtungen, der Kollektivmaskenschutz in ebenso gutem Zustand, müssten aber unterhalten werden. Hingegen ist der Zugang zum Werk sehr schlecht und gefährlich! Beim Besuch unserer Festungscrew anlässlich der Führerausbildung 2019 habe ich den Zugang mit Fixseilen gesichert. Das geht für offizielle Führungen natürlich nicht. Die Wiederinstandstellung des Zugangsweges zur Festung übersteigt Kapazität und Möglichkeiten unserer Festungscrew. Wir müssten uns von Dritten helfen lassen. Einen Zugangsweg auf einem fremden Grundstück zu einer Anlage zu bauen, die noch nicht unserer Organisation gehört, ist natürlich nicht statthaft.

Da wir eine sehr besondere Situation haben, und unser Verein keine Anlagen übernimmt, sondern diese Uebernahmen über die Militärhistorische Stiftung erfolgen muss, hofften wir, bis im Sommer 2019 das Infanteriewerk Schwarzwald übernehmen und mit der Verbesserung des Zugangs beginnen zu können. Leider sind wir immer noch gleich weit wie im Frühjahr 2019! Die Anlage ist immer noch in Bundesbesitz, die Installationen rosten still vor sich hin und der Zugang ist immer noch in abenteuerlichem Zustand! Fürs 20 -Jahr-Jubiläum: vergessen...

12 cm Festungsminenwerfer Sufers

Die 12 cm Festungsminenwerfer sind zum Politikum geworden und die zuständigen Stellen im VBS mit der Übergabe der Systeme scheinbar überfordert. Der Minenwerfer wird 2020 fürs Jubiläum nicht zur Verfügung stehen. Diese Jubiläumsidee kann auch nicht realisiert werden.

Ebenso lässt sich natürlich die geplante Festungsbiketour: „Dorffestung Splügen – Minenwerfer Sufers – Bunker Sufers - Infanteriewerk Schwarzwald – Festung Crestawald - evtl. Event in Andeer“ so natürlich nicht realisieren!

Schrägaufzüge

Die Sicherheit auf unseren gut unterhaltenen Schrägaufzügen mit ihrer eindrücklichen Mechanik aus dem 2. Weltkrieg zu erhöhen, damit auch Personen transportiert werden dürfen, ist grundsätzlich mit einem zweiten Zugseil an einer separaten Seilwinde, die mit der alten Seilwinde elektronisch synchronisiert wird, möglich, ohne das historische Bild des Systems zu zerstören. Aber die Anlage muss zertifiziert werden, weil es sie in einer solchen Kombination noch nicht gibt. Dieses Zertifizierungsprozedere übersteigt die Möglichkeiten unsere Festungsmuseum: vergessen wir es!

Postautohaltestelle

Postautohaltstelle an der Italienischen Strasse unter der Festung: Geschätzte Kosten inkl. Projektierung auf dem ganz ebenen Platz vor unserem Brettermagazin i: Fr. 170‘000. Dies entspräche 17‘000Einzeleintritte von Fr. 10.-. Auch wenn sich Gemeinde und Kanton an diesen Kosten beteiligen würden, ist das Thema Postautohaltestelle für unser Museum nicht zu stemmen!

Überall sind wir bei der Realisierung unserer wirklich nicht abgehobenen Zukunftsprojekte auf die Mithilfe Dritter angewiesen (Stiftung, Gemeinde, Kanton, Bund). Obwohl von Seiten Festungsmuseum viel Freizeit und Energie in die Umsetzung der Projekte investiert worden ist: wir sind im administrativen Dschungel verschiedener Institutionen festgefahren.

Zufahrt zum Festungsmuseum

Der Südverkehr der A13 wird wegen den Ausbauarbeiten an der A13 im Kessel von Crestawald auf die Italienische Strasse umgeleitet. Unsere Festungszufahrt mündet im spitzen Winkel in die Italienische Strasse. Da unser Museum weiterhin nur im Individualverkehr erreichbar sein wird, benützen unsere 4000 bis 5000 Besucher pro Jahr natürlich für An- und Abreise ihre privaten PWs. Wenn man vom Museum runterfahrend sich wieder in den umgeleiteten Bergverkehr der A13 eingliedern will, braucht man beide Fahrbahnspuren der Italienischen Strasse!!! Wir müssen eine Lösung suchen…!


Du siehst, die Herausforderungen, unser Museum weiterhin in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, sind gross. Die Vorstands- und Festungscrews bemühen sich sehr und investieren viel Energie, viel Freizeit und viel Kraetivität in den Museumsbetrieb. Aber wir sind natürlich weiterhin auf die Unterstützung der vielen «stillen» Crestawaldsympathisanten im Hintergrund angewiesen! Bitte mache weiterhin Reklame für unser vielseitiges Angebot oder besuchen uns wieder, allein oder mit einer Gruppe im Rahmen vielleicht eines Familien- oder Firmenevents. Wir können ein massgeschneidertes Angebot zusammenstellen!
Wir zählen auf Dich!

Auf Wiedersehen in Crestawald!

 

 

Offizielle Öffnungs- Zeiten des Museums

Für freie, ungeführte Besichtigungen neu  30. Mai  bis 31. Oktober 2020
Samstags

von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Feriensaison 2020
4. Juli - 16. August
täglich 10.00 - 17.00 Uhr

Führungen für Gruppen auf Anfrage auch ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten Tel +41 (0)81 650 90 30 - Gästinformation Viamala in Splügen